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"Ich bin kein Mannequin für Krebs" - Imre Kusztrich

PREIS: FREI
FORMAT: PDF EPUB MOBI
VERÖFFENTLICHUNGSDATUM: 22.09.2011
DATEIGRÖSSE: 10,83
ISBN: 3950321535
SPRACHE: DEUTSCHE
AUTORIN/AUTOR: Imre Kusztrich

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Beschreibung:

Klappentext zu „"Ich bin kein Mannequin für Krebs" “Erinnerungen & Gespra¿che aus den schwierigsten Jahren einer großen Ku¿nstlerin im aufreibenden Kampf mit Medien und AlltagDurch all die Jahre blieb ein Umzugskarton, prall gefu¿llt mit Unterlagen aus einer der spannendsten Phasen meines Berufslebens, von mir unangetastet. Nun versetzt sein Inhalt, ausgebreitet auf einem großen Arbeitstisch, selbst mich in Erstaunen. Eng beschriebene, dicke Spiralblo¿cke mit meinen Notizen u¿ber Gespra¿che mit Hildegard Knef. Sie wu¿nschte den Verzicht auf Aufnahmegera¿te, wann immer es mo¿glich war.Hunderte auf IBM-Kugelkopf-Schreibmaschine getippte Seiten, korrekte Abschriften unserer Interviews fu¿r die Zeitschrift BUNTE. Der urspru¿ngliche Umfang solcher Materialien fu¿llte nicht selten 30 und mehr Seiten. Dazu stapelweise lose Bla¿tter mit meinen handschriftlichen Vermerken, Hinweise hinter ihrem Ru¿cken aus ihrem Haushalt oder von ihr selbst bei unseren ha¿ufigen Begegnungen. Beispiele: "Peru¿cke, europ. Haar. 2.750 Mark", "ziemlich entsetzt, nicht geschminkt", "diese arme Frau hat seit sieben Jahren Schmerzen" (eine der seltenen Informationen von Ehemann Paul von Schell zu mir im Fru¿hjahr 1980), ". habe ich sie deswegen auf teure Schulen geschickt?" (diese Bemerkung von Hildegard Knef bezog sich auf Christinas Beziehung zu ihrem spa¿teren Ehemann), "American Express nichts mehr abgebucht", "bo¿ser Unterton", "Riesenoberlippe", "ruderte mit dem rechten Arm - vom US-Fernsehen abgeguckt", "fu¿nf Heiratsantra¿ge" (von einem sehr bekannten Berliner, der fu¿r die Knef seine Position und seine Familie riskierte), "geweint, was aus Hilde geworden ist, die sich zu einem Clown entwickelt hat" oder "die Knef nach Facelifting wie Klaus Kinski" (Konkurrentinnen wie Evelyn Ku¿nneke konnten schon giftig sein).Ich sammelte diese Details in all den Jahren, um diese Frau besser und besser zu verstehen. Unbestritten war sie eine der gro¿ßten Ku¿nstlerperso¿nlichkeiten ihrer Zeit. Glu¿cksverwo¿hnt, schicksalsgepru¿ft, was... mehr am ehesten in den eigenen Worten ihres optimistisch-ironischen Erkenntnislieds "Fu¿r mich soll's rote Rosen regnen" zum Ausdruck kommt (noch mehr als 40 Jahre spa¿ter, 2009, wird der Literaturkritiker Professor Dr. Hellmuth Karasek bekennen, dass er weinen muss, wenn er die Knef von ihren roten Rosen singen ho¿rt). Allma¿hlich erkannte ich die vermutlich allergro¿ßte Leistung dieser von vielen unverstandenen Frau: die immense Anstrengung, die Familie zu erna¿hren und fu¿r ihre Tochter Christina noch lange ansehnlich zu bleiben - wa¿hrend Krebserkrankung, Scheidungskrieg und Facelifting die Schlagzeilen der Boulevardpresse dominierten.Eine besondere Rolle spielte ein kleines Notizblatt mit dem Aufdruck HYATT HOTELS - dazu spa¿ter mehr.Vor mir liegen aber auch Briefe Hildegard Knefs an mich, Tonbandkassetten, Fernschreiben - die fu¿r vertragliche Vereinbarungen unerla¿sslichen E-Mails der Siebziger und Achtziger Jahre.Ru¿ckblickend betrachtet, war ich Verhandlungspartner, Interviewer, Road Manager, Ha¿ndchen-Halter und Knef-Flu¿sterer (dieser Begriff existierte vor 1995 natu¿rlich nicht). Ohne Einschra¿nkung betrachtete ich mich als ihren Dienstleister. Ich tat es begeistert. Ich arbeitete fu¿r die Zeitschrift BUNTE. Ich organisierte fu¿r die Autorin Knef Interviews und Reisen zu den Beru¿hmtheiten dieser Welt. Ich unterbreitete ihr die Wu¿nsche, Ideen und Auftra¿ge der Redaktion. Ich ka¿mpfte um die Termine. Ich handelte das Honorar mit ihr aus. (Ihr Vertrauen war grenzenlos. Ihre Naivita¿t beru¿hrend: "Imre, sage dem Chefredakteur, ich fordere eine Million Mark. Und du darfst mich dann herunterhandeln auf 750.000." Kein fu¿r sie so typisches dro¿hnendes Lachen hinterher.)Viele, viele Stunden lang war ich aber hauptsa¿chlich ihr Zuho¿rer. Wiederholt gewa¿hrte sie mir Einblicke in ihr Leben, die sie jedem anderen Journalisten verwehrte. Von einigen mit mir dramaturgisch genau abge- sprochenen Vero¿ffentlichungen aus meiner positiven Sichtweise versprach sie sich eine la¿ngst u¿berfa¿llige Korrektur der vorherrschenden o¿ffentlichen Meinung u¿ber sie. Weil sie mir vertraute, blieb kaum eines der Themen, mit denen sie von anderen gequa¿lt wurde, tabu. Das Facelifting. Ihre Medikamente. Die Ehe mit Paul von Schell. Die Finanzen. Die A¿ngste. Die alles u¿berstrahlende Wichtigkeit der Tochter Christina.Ein einziges Mal - wir sprachen u¿ber ihren Kollegen Harald Juhnke - bat sie mit den Worten "Ich erza¿hl' dir das jetzt wirklich als Freund" wohl um Diskretion. Ansonsten redete sie frei von der Leber weg. So ergab es sich, dass ich es war, der aus ihrem Munde Aussagen ho¿ren durfte wie: "Ich bin kein Mannequin fu¿r Krebs" "Facelifting ist besser als Valium" Und ich war es auch, der sie an einem Dezembertag des Jahres 1979vom 5-Sterne-Hotel "Palace" in Lausanne in die Praxis des Scho¿nheitschirurgen Dr. Rodolphe Mayer fahren durfte. Sie saß neben mir auf dem Beifahrersitz. Mein Buch ist ein unbedeutender, bescheidener Beitrag, die Erinnerungen und die Art und Weise, wie ich sie erleben durfte, mit anderen zu teilen.Ihre Handschrift habe ich stets vor Augen. Auf das faszinierende Gema¿lde der Sommerwiese mit Christina schrieb sie rechts unten mit Kugelschreiber sieben Worte. Nur sechs sind lesbar: "Fu¿r Imre - in Freundschaft (dann etwas Unentzifferbares) Hilde 1980."Die ra¿tselhaften Buchstaben lauten vermutlich "deine". Ich lese sie als "immer".... weniger

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